VEGA und ESTEC
ESTEC ist das Weltraumforschungs- und
Technologiezentrum der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) mit
Sitz in Noordwijk (Niederlande). Es ist verantwortlich für die
Planung von Weltraummissionen und Testsatelliten der ESA sowie für
die Entwicklung neuer Raumfahrttechnologien in enger Zusammenarbeit
mit privatwirtschaftlichen Unternehmen und Forschungseinrichtungen
in Europa. ESTEC verfügt über die umfangreichsten Testeinrichtungen
für die Luft- und Raumfahrt in Europa, hat seinen Standort an der
niederländischen Westküste zwischen Amsterdam und Den Haag und
beschäftigt ungefähr 2.000 Mitarbeiter aus ganz Europa.
Die im ESTEC beschäftigten Teams bieten einen
repräsentativen Querschnitt durch alle 15 Mitgliedstaaten der ESA.
Die Amtssprachen sind Englisch und Französisch.
Die VEGA ist seit 1994 eng mit ESTEC
verbunden. Mittlerweile haben 40 Mitarbeiter von uns dort ihren
festen Standort. Unser Schwerpunkt ist die Erbringung von
Supportdiensten, unter anderem in den Bereichen technische Planung,
elektronische Datenverarbeitung, wissenschaftliche Forschung,
Simulation, Operation und Softwareentwicklung. Zurzeit unterstützen
wir folgende Raumfahrtprogramme:
- ADM-Aeolus
- Automated Transfer Vehicle (ATV)
- Columbus
- Galileo
- Herschel
- Integral
- MetOP
- Planck
- Rosetta
- SMART-1
Herschel und Planck
Herschel und Planck sind zwei
Weltraumbeobachtungsstationen (Satellitenteleskope) der ESA, die
2007 ihre Tätigkeiten aufnahmen, um die Entstehung und Entwicklung
des Universums zu erkunden.
Das Infrarotweltraumteleskop Herschel ist mit
einer Länge von etwa 9 Metern und einem Durchmesser von 4,5 Metern
das größte Weltraumteleskop seiner Art und damit noch größer als
Hubble. Benannt nach Wilhelm Herschel, dem Entdecker der
Infrarotstrahlung zu Beginn des 19. Jahrhunderts, ist das Teleskop
in der Lage, die kältesten und entferntesten Objekte des Weltalls,
die für das menschliche Auge unsichtbar sind, zu erforschen. Das
Teleskop erfasst Informationen mit Hilfe langwelliger
Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung) und kann daher Objekte allein
aufgrund ihrer „Hitze“, die sie ausstrahlen, beobachten.
VEGA unterstützt ESTEC bei der Entwicklung von
Spitzensoftware (ausgestattet mit den aktuellsten,
objektorientierten Designprinzipien und Java-Technologie), die dem
Bodensegment der Weltraummission die Auswertung komplexer Daten
ermöglicht, die von Herschel zurückgesendet werden.
Das Planck-Weltraumteleskop wird als
„Zeitmaschine“ der ESA bezeichnet, da Astronomen mit Hilfe des
Teleskops auf die Ursprünge von Raum und Zeit, den sog. Urknall,
zurückblicken können.
Das Universum besteht zurzeit aus kosmischer
Mikrowellenhintergrundstrahlung, kurz: CMB, und CMB ist tatsächlich
auch das erste Licht, das im Weltraum frei existierte. Durch die
Expansion des Weltalls haben sich die Wellen dieses urtümlichen
Lichts auf eine sehr viel geringere Frequenz ausgedehnt und
existieren heute als kosmische Mikrowellenhintergrundstrahlung
(CMB).
Beobachtet man dieses „erste Licht“ in der
heutigen Zeit, ist dies mit dem Blick auf das Weltall 300.000 Jahre
nach dem Urknall vergleichbar. Weltraumforscher können anhand
dieses Lichts Theorien über die Entstehung und Evolution des
Universums entwickeln.
VEGA fördert bei diesem Projekt die
Entwicklung eines Integrierten Daten- und Informationssystems
(IDIS), das allen Planck-Entwicklern in Europa und Nordamerika ein
einheitliches Informationsmanagement ermöglicht. Außerdem
unterstützen wir das Project Scientist’s Office in den Bereichen
Planung und Realisierung von Bodenstationen.
ADM-Aeolus
Der Satellit ADM-Aeolus (Atmospheric
Dynamics Mission) trägt durch weltweite Beobachtung
dreidimensionaler Windfelder zur Vertiefung unserer Kenntnisse der
Erdatmosphäre und Wettersysteme bei. Durch Aufzeichnung und
Überwachung des Wetters in unterschiedlichen Erdteilen lassen sich
mit Hilfe des ADM-Aeolus komplexe ökologische Modelle entwickeln,
die anschließend in der Vorhersage künftiger Umweltphänomene, wie
z.B. El Niño, angewandt werden können.
VEGA unterstützt die Entwicklung eines
Systemsimulators, wodurch die Wissenschaftler der ESA die
antizipierten Daten der Aeolus-Mission während aller Betriebs- und
Kalibrierungsphasen generieren können. Gleichzeitig sind sie
hierdurch aber auch in der Lage, die Leistung des Gesamtsystems
unter einer Vielzahl atmosphärischer Bedingungen zu testen. Der
ADM-Aeolus soll seine Mission Ende 2009 aufnehmen.
Weiter Informationen finden Sie auf der ESTEC
Website.